Mittwoch, 10. September 2014

The start of something new.

Liebes Toast,

Ich kann dir gar nicht sagen, wie nervenaufreibend dieser Tag begonnen hat und wie entsetzlich, ja nahezu erschreckend glatt er dann doch verlaufen ist...
Es begann alles zu einer ekelhaft frühen Uhrzeit...
Und ich rede nicht von den 4 Uhr früh zu denen ich aufstehen musste, sondern den 0Uhr früh, als ich merkte, dass ich das wichtigste von allem noch einpacken musste: meinen Laptop.
Aber die Feststellung wurde von dem Grauen überschattet, dass mein Koffer sich nicht mehr schließen lassen wollte... Und plötzlich alle Gegenstände sich querstellten.
Ich sags dir, so sehr habe ich noch nie gezetert und geflucht. Ich musste fast alles noch einmal rausräumen und milimeter genau einpacken und siehe da: Der Koffer ging mit viel Ruckeln, Ziehen, Ächzen und Friemeln endlich zu!
Ich ging zu Bett und konnte nicht schlafen. Ich ging im Kopf verzweifelt alle Dinge durch, ob ich nicht doch noch irgendwas vergessen hatte. Mir fiel nichts ein und ich fiel in einen traumlosen Schlaf, der sich wie zwei Sekunden anfühlte.

Mein Vater fuhr mich irgendwann gegen 5 Uhr zum Flughafen. Ich war so übermüdet... Er verabschiedete mich und ich saß einsam und allein am Flughafen fest. Die Schalter hatten noch nicht offen, mindestens vier verschiedene Leute durchsuchten die Mülleimer nach Pfandflaschen und jeder andere Reisende sah mich an, als wäre ich das verlorene Kind, das nach seiner Mami ruft. Ich gebe zu, dass ich vielleicht auch den Eindruck machte, immerhin saß ich ein wenig verloren da, vollbepackt und irgendwie von sentimentalen Gedanken überwältigt.



Ich hasse es, geliebte Menschen zurück zu lassen.
Ich hasse es, auf etwas zu warten.
Ich hasse dieses Ungewisse, was man sich selbst ausgesucht hat, aber mit dem man einfach nicht rational umgehen kann, bis man merkt, dass es gar nicht so ungewiss ist.

Ich flog nach Madrid und von da aus nach Granada. Im Flugzeug nach Granada saß ich neben einem deutschsprechenden Franzosen, der die Konversation nicht von Familienthemen ablenken wollte... Ich weiß nicht wieso, aber es brachte mich mega den Tränen nahe. Am liebsten hätte ich losgeheult, aber ich verkniff mir die Tränen und sagte mir, ich würde sie später noch brauchen, falls die Wohnung  miserabel sei oder die Mitbewohner seltsam oder falls ich überhaupt gar nicht wie abgemacht vom Flughafen in Granada abgeholt werde und erst recht verloren in einer fremden Stadt in einem fremden Land herumstehe.
 

Wie sich herausstellen sollte waren meine Sorgen unbegründet.
Ich wurde abgeholt, man unterhielt sich mit mir und auch wenn mein Spanisch eher mäßig war, so verstand der Fahrer mich und erzählte mir alle möglichen Dinge. Ich wurde in die Wohnung geführt, man zeigte mir mein Zimmer, man erklärte mir, wo in der Nähe alles so grob war. Das ist natürlich keine Garantie, dass ich mich zurecht finde....Aber es war ein herzlicher Empfang und ich fühlte mich lange nicht mehr so verloren. Kurz gesagt: Die Sonne strahlt in Granada!
 
Chips mit Jamón-Geschmack!


Jetzt wo ich ein wenig zur Ruhe komme, diesen Blogeintrag schreibe, auspacke, etc. kommt mir der Tag trotzdem etwas traurig vor. Ich habe noch keine Mitbewohner kennengelernt und mein Schampoo ist auf der Reise ausgelaufen... Der Kühlschrank ist so leer wie ich mich fühle, wenn ich daran denke, dass ich viele liebe Menschen zurück gelassen habe. Und die Wohnung ist so hellhörig, dass ich sogar hören kann, wenn in der Nebenwohnung die Karotten geschnitten werden.

Aber alles in allem, bin ich recht zufrieden. Dass ich erstmal ein Dach über dem Kopf habe, beweist, dass der erste Schritt getan ist. Alle weiteren folgen schon irgendwie.

Wie meine Mama immer zu sagen pflegt:

 Irgendwie geht es immer weiter.

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen