Mittwoch, 31. Dezember 2014

Silvester - New Year's Eve - Nochevieja

Liebe Musketiere,

Ich glaube das war eine der schrägsten Nächte meines Lebens.

Aber erstmal zum Tag:

Mahé, Nici und ich berieten, was wir zu Silvester machen wollten. Nach spanischer Tradition geht man erst gut/groß essen, dann kommt das Neue Jahr und für jeden der zwölf Glockenschläge isst man eine Traube (damit man im nächsten Jahr für jeden der 12 Monate Glück hat). Und dann gehen die Leute in Bars, Pubs und Clubs, um zu die Nacht zum Tage zu feiern und um 8Uhr geht man dann Churros essen, weil das auch Glück bringen soll und um den Neujahrszauber sozusagen abzuschließen, um dann wie tot ins Bett zu fallen und den ersten Januar komplett an sich vorbei ziehen zu lassen.

Was wir uns jedoch erst einen Tag vor Silvester bewusst geworden war, war die Tatsache, dass die Klubs an Silvester alle eine besonders teure Eintrittskarte verlangten, die man bereits im November hätte kaufen müssen... Also waren wir ein wenig planlos, was wir genau mit unserem Abend anfangen werden, weil wir wirklich in keinen Klub reinkommen würden, wenn wir es bei der Abendkasse versuchen würden.

Wir überlegten uns einfach in kleiner Runde (Mahé, Nici, ein Freund von Mahé "G" und ich) ein bisschen Essen kommen zu lassen, dann zum Plaza del Carmen die Live Musik zu hören, die Trauben um Mitternacht zu futtern und schließlich dann ein wenig auf gut Glück in Pubs/Clubs feiern zu gehen.


Es war wirklich das erste Silvester ohne richtigen Plan, sonst wäre es vermutlich lange nicht so seltsam, genial und außergewöhnlich gewesen.

Wir trafen uns in unserer WG und tranken erst mal eine gute Weile vor, wir machten Bleigießen, weil Nici das aus Deutschland mitgebracht hatte und hatten großen Spaß dabei. Ich formte ein Zepter ( "Sei weniger herrschsüchtig"), einen Haken ("Hindernisse stellen sich Ihnen in den Weg") und ein Saxophon ("Sie müssen improvisieren"). Es war total lustig, weil die Belgier richtig fasziniert von dieser Tradition waren und vermutlich noch nicht so richtig wussten, in wie weit das albern oder cool war (Mahé meinte aber, sie würde das jetzt auch in Belgien einführen! haha). Jedenfalls war es ein guter Eisbrecher und aus gerade erst kennengelernten Menschen wurden lustige Kameraden und ja ich könnte sogar sagen, witzige Freunde.

Irgendwann entschieden wir, wir sollten vielleicht mal Essen bestellen, aber wir wussten überhaupt nicht was oder wer überhaupt lieferte und wer nicht. Wir diskutierten viel zu lange und mussten dann uns recht beeilen, um zum Plaza del Carmen zu gelangen, weil Mitternacht leider viel zu nah rückte. Wir kamen rechtzeitig an, aber es waren soooo viele Menschen da! Und es gab kein Durchkommen bis zur Bühne. Es war einfach zu eng, zu voll. Wir gaben es auf und rannten stattdessen so schnell wie möglich die vielen Treppen zu G's Wohnung hoch, um von seinem Balkon aus, das Feuerwerk zu beobachten. Wir rannten, aber es waren unendlich viele Treppenstufen. Wir hörten die Menschenmassen den Countdown runterzählen, aber wir waren noch lange nicht oben angekommen.


Ich weiß nicht wie wir es schafften, aber zum ca. dritten Glockenschlag standen wir auf dem Balkon und beobachteten die Massen beim Trauben essen, bis uns bewusst wurde, dass wir vielleicht auch mal anfangen sollten uns die in den Mund zu schieben. Ich weiß nicht, wie es um die anderen steht, aber ich habe gerade mal eine Traube geschafft... Den Rest habe ich vom Balkon aus in die Menge geworfen.
Aber es war einfach toll. Auf dem Balkon konnten wir die Live-Musik hören, das Feuerwerk perfekt sehen und irgendwie war es total witzig. In G's Wohnung haben wir nur noch mehr getrunken und irgendwie dann Katzenvideos geschaut, die einen völlig neuen Grad von Humor entwickeln, wenn man angetrunken ist.

Danach sind wir ziemlich voll zum Nightkebab gegangen, um uns vollzustopfen und sind dann zum Pub Legend gegangen. Wo wir nur noch mehr getrunken haben, einen Purrón gefüllt mit den ekelerregensten Sachen, Kaffeechupitos, Tequilashots... Aber seltsamerweise habe ich lange nicht so viel gespürt wie sonst... wirklich seltsam... Wir haben getanzt, aber G war so betrunken, dass er anfing wirklich jeden abzuknutschen, ob Männer oder Frauen, Mahé, Nici oder mich - völlig egal, hauptsache ein Kuss. Leider fanden das die spanischen Männer gar nicht lustig und Gille hätte, wenn wir nicht immer ihn aufgehalten oder uns bei den Spaniern entschuldigt hätten, ein blaues Auge kassiert.

Irgendwie verging die Zeit zwischen Tanzen, Küsschen und Mitsingen und wir kehrten so gegen 5 oder 6Uhr heim, ich musste Nici ein wenig stützen, damit wir sicher zuhause ankamen. Nici legte sich so ziemlich direkt ins Bettchen, während Mahé und ich noch etwas quatschten uns aber auch dann dazu gesellten.

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