Montag, 5. Januar 2015

Parade of Reyes Magos

Liebe Musketiere,

Heute sollte die große Drei-Könige-Parade (Cabalgata de los Reyes Magos) stattfinden, aber wir wussten erst nicht, dass sie erst so spät stattfindet (17:30-21:30). Obwohl es natürlich Sinn macht, wenn abends die Könige auf ihren Festwagen in die Stadt einmaschiert kommen und am nächsten Morgen (also am 6. Januar) sind die Geschenke da.

Um die Zeit bis dahin herum zukriegen, sind wir ein wenig in Granada bummeln gegangen: Zunächst ein kleiner Abstecher zu Humana, ein bisschen Secondhandläden durchstöbern, da sie momentan eine Aktion haben, bei der alles für nur 2 Euro kostet. Ich habe nichts für mich gefunden, aber Nici hat sich eine ganz süße Bluse/Hemd gekauft.

Danach sind wir "Piononos" essen gegangen bei einem Café namens Casa Isla, wo seit 1897 die Piononos nach Originalrezept gefertigt werden. Aber sie haben auch noch tausend andere kleine Köstlichkeiten, die ich nur zu gerne allesamt mitgenommen hätte.

Danach fing auch schon die Parade an.
Es war noch nicht mal der erste Festtagswagen da, da fingen die Augen der Kinder auch schon an zu leuchten. "Los Reyes! Los Reyes!", riefen sie erfreut, die Tüten wurden sammelbereit vor ihnen ausgestreckt.

Fotos: Nicole Walentek

Die Leute auf den Festwagen warfen die Süßigkeiten in die Menge und die Kinder sammelten sie eifrig auf. Manchmal flogen die harten Karamellbonbons wie Wurfgeschosse durch die Luft und trafen einen gemein am Kopf.

Ein kleiner Junge im Kleinkindalter saß in den Armen seines Vaters. Als der Kleine abgetroffen wurde, fing er an zu weinen. Ich kann nur sagen, da wird einem das Herzchen viel zu weich, ich hasse es Menschen weinen zu sehen, aber Kinder weinen zu sehen - einfach schlimm! Ich hob ein paar Bonbons auf und gab sie dem Kleinen. Das Weinen erlosch und wich großen Kinderaugen, die nicht so recht wussten, was geschehen war.

Ab da sammelte ich eigentlich die ganze Zeit für andere Kinder. Es war wie Karneval in Deutschland und ich erinnerte mich, wie ich damals auch ganz aufgeregt gesammelt hatte und andere Erwachsene mir immer etwas zusteckten, was sie eher gefangen hatten als ich. Allerdings hat Deutscher Karneval den Vorteil, dass da nicht nur harte Bonbons durch die Luft fliegen, sondern auch Gummibärchen, weiches Popcorn etc. Trotzdem muss ich sagen, dass die Festwagen mit den Dreikönigen wirklich großzügig alles vom Wagen warfen, was da war. Während man in Deutschland manchmal umsonst "Hellau" und "Allaf" ruft und vergeblich darauf hofft, dass man auch nur in die Nähe von Süßigkeiten kommt.

Danach gingen wir alle zusammen etwas essen: G, Mahé, Nici, eine weitere Belgierin und ich. Eine chillige Runde.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen